Allez Les Bleus – Myriam Nicole und Loris Vergier triumphieren beim Downhill in Lenzerheide

4. September 2021
Der Weltcup-Samstag im Bike Kingdom stand vollends im Zeichen der STRAIGHTline: Die Downhill Finals mit den Weltcupführenden Myriam Nicole (FRA) und Thibaut Dapréla (FRA) sowie Lokalmatadorin Camille Balanche (SUI) und Überraschungsweltmeister Greg Minnaar (RSA) standen auf dem Programm. Während der «GOAT» nicht an das vergangene Wochenende anknüpfen konnte, demonstrierte Myriam Nicole auf eindrucksvolle Weise, dass sie zurecht im Moment das Mass aller Dinge ist. Bei den Männern feierte Loris Vergier den Sieg hauch dünn vor seinem guten Freund Loic Bruni.
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Carmen Lechner
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Myriam Nicole dominiert bei überragender Damenkonkurrenz
Myriam Nicole, amtierende Weltmeisterin und Weltcupführende, hatte bereits in der gestrigen Qualifikation die schnellste Zeit eingefahren und gezeigt, dass sie auch in Lenzerheide vorhat ganz oben auf dem Podium zu stehen. Auf der schnellen, mitunter engen Strecke zeigten jedoch vom Start weg alle Elite-Fahrerinnen, dass ihnen die grossen Drops und vielen Licht-Schatten-Wechsel wenig ausmachten. Nach guten Runs von Anna Newkirk (USA) und Mille Johnset (NOR) setzte sich Comebackerin Nina Hoffmann (GER) mit einem aggressiven und mutigen Run auf den Hotseat und sollte auch von Marine Cabirou (FRA), Monika Hrastnik (SLO) und Lokalmatadorin Camille Balanche (SUI) nicht verdrängt werden. Besonders die Schweizerin zeigte einen höchst aggresiven und riskanten Ritt, konnte aber einen Fehler gleich zu Beginn ihres Runs nicht mehr ausgleichen. Nun war Vali Höll (AUT) an der Reihe, die einen sauberen und fast locker erscheinenden Lauf zeigte. Aggressiv in den Key Sections und vor allem unten mit viel Power und Speed ging es direkt auf den Hotseat, den sie jedoch umgehend wieder für Tahnee Seagrave (GBR) räumen musste. Die Britin, die vorab mit Genickschmerzen zu kämpfen hatte, fuhr elegant und souverän durch die Schlüsselstellen und wählte die direktesten Linien, im unteren Abschnitt schien sie ihre Bremsen gar nicht mehr zu berühren. Nun wartete nur noch die Grand Dame im Starthaus und sollte ihrer Favoritenrolle gerecht werden. Myriam Nicole (FRA) zeigte bereits vom Start weg, dass sie heute nicht zu schlagen sein wird. Durch ihre mitunter derart aggressive Linienwahl touchierte sie in der Mecredes-Benz Key Section sogar einen Baum ohne nennenswert Zeit einzubüssen. Auch im unteren Abschnitt war ihr nichts mehr zu nehmen und der nächste Weltcupsieg perfekt.

«Gestern habe ich viel gelernt, weil ich mit meinem Run eigentlich nicht zufrieden war und dennoch mit vier Sekunden Vorsprung gewonnen habe. Es war heute eine neue Herausforderung für mich, diese Leistung zu bestätigen, in der Qualifikation zu gewinnen und es im Finale – zum ersten mal wieder mit dem Regenbogentrikot – noch einmal zu wiederholen, war keine leichte Aufgabe, aber ich habe es geschafft und bin überglücklich.» – Myriam Nicole

«Der grosse Fehler in der Vollgas-Sektion hat mich einiges an Zeit gekostet. Das ist jetzt zwar das schlechteste Resultat des Jahres für mich, aber die Enttäuschung hält sich in Grenzen. Ich habe alles gegeben und bin eigentlich ein gutes Rennen gefahren. Sowas kommt vor.» – Camille Balanche

«Ich bin super happy, wie das Wochenende gelaufen ist. Ich kann so langsam zum alten Selbstvertrauen zurückfinden. Ich hatte heute morgen ein gutes Training und habe mich so gefühlt, dass ich ein bisschen pushen und Gas geben kann heute: Das habe ich dann auch gemacht. Darauf kann man gut aufbauen. Es ist schön endlich einen Weltcup in diesem Jahr runtergebracht zu haben.» – Nina Hoffmann

Ergebnis Top 5:

1.    Myriam Nicole (FRA) 3:10:661
2.    Tahnee Seagrave (GBR) 3:13:323
3.    Vali Höll (AUT) 3:16:776
4.    Nina Hoffmann (GER) 3:19:110
5.    Camille Balanche (SUI) 3:20:309

Gesamtweltcup Standing Top 5:

1.    Myriam Nicole (FRA) 810 Punkte
2.    Camille Balanche (SUI) 695 Punkte
3.    Tahnee Seagrave (GBR) 662 Punkte
4.    Vali Höll (AUT) 645 Punkte
5.    Monika Hrastnik (SLO) 517 Punkte

STRAIGHTline fest in franzöischer Hand
Bei den Männern stellte sich vor Rennbeginn vor allem die Frage, ob sich die französischen Festspiele aus der Quali fortsetzen würde. Gestern hatten es vier Franzosen und ein Brite unter die Top 5 geschafft. Heute schickte sich zunächst Laurie Greenland mit einem phänomenalen Run an, den Grundstein für diese Wiederholung zu legen. Der Brite mit guten Erinnerungen an Lenzerheide fuhr voll am Limit und zeigte besonders im unteren Teil einen perfekten Run. Seinen Platz auf dem Hot Seat musste er erst räumen als die Rider der Grand Nation einer nach dem anderen zeigten, warum sie derzeit das Mass alller Dinge sind. Zunächst stellte Thibaut Dapréla (FRA) mit einem aggressiven und kompakten Lauf eine neue Bestzeit in der Mercedes-Benz Key Section auf und übertrumpfte Greenland dann auch beim Finish. Noch besser machte es anschliessend Loic Bruni. Der vierfache Downhill-Weltmeister spielte seine ganze Erfahrung aus und bewegte sich ruhig wie auf Schienen durch die Key Section. Im unteren Abschnitt zeigte er mit 79 km/h eine neue Höchstgeschwindigkeit und raste förmlich an die Spitze. Nachdem Danny Hart (GBR) sich nach schwächerem Start und verglichen mit den Franzosen fehlender Aggressivität weiter hinten einordnete, gelang es auch Amaury Pierron (FRA) nicht mehr, sich an Bruni vorbeizuschieben. Nun lag es an Loris Vergier (FRA), dem letzten Fahrer auf der Strecke, die franzöische Downhill-Party vollends zu starten. Nach einem fehlerfreien Run im oberen Abschnitt, verlor Vergier anschliessend in der Key Section wieder ein wenig Zeit auf Bruni, konnte das aber durch sein tadelloses Finish wettmachen und schob sich auch dank des aufkommenden Windes mit wenigen Zehntelsekunden an seinem guten Freund Bruni vorbei. David Trummer (AUT) musste sich nach einem ansosten guten Run, aber einem Schnitzer unten raus mit dem 11. Rang begnügen noch vor seinem Landsmann Andreas Kolb, der einen soliden 15. Platz herausfuhr. Bester deutscher Fahrer war Max Hartenstern auf Rang 21.

«Ich hatte einen guten Lauf, habe aber auch einige Fehler gemacht. Ich bin teilweise ein bisschen zu eng gefahren und es war auch ganz schön stressig. Die Ziellinie zu überqueren war super und bin jetzt wirklich glücklich. Ja, ein grossartiger Tag! Ich habe Bruni nur knapp geschlagen und er hat mir gesagt, wie sehr er sich für mich freut. Das ist wirklich cool.» – Loris Vergier

«Ich bin heute eigentlich nicht auf Sieg gefahren, sondern nur für mich selbst. Ich bin super stolz auf mich und mein Team, auf den Run, den wir heute gezeigt haben. Natürlich hat nicht viel gefehlt, aber Loris fährt im Moment auf einem anderen Level. Ich freue mich riesig für ihn.» – Loic Bruni

«Heute während meines Run hatte ich ein gutes Gefühl, hätte es auch aufs Podium schaffen können. Ich habe extrem viel riskiert und leider dann ein paar kleine Fehler gemacht unten raus, bin ein bisschen nervös geworden, offline gekommen und den grossen Stein gefressen. Solider 11. Platz. Das Podium ist aber weiterhin das Ziel. Zwei Chancen habe ich noch in den USA.» – David Trummer

Ergebnisse Top 5

1.    Loris Vergier (FRA) 2:46:921
2.    Loic Bruni (FRA) 2:47:118
3.    Thibaut Dapréla (FRA) 2:47:291
4.    Amaury Pierron (FRA) 2:47:549
5.    Laurie Greenland (GBR) 2:48:189

Gesamtweltcup Standing Top 5:

1.    Thibaut Dapréla (FRA) 752 Punkte
2.    Loris Vergier (FRA) 566 Punkte
3.    Loic Bruni (FRA) 454 Punkte
4.    Laurie Greenland (GBR) 422 Punkte
5.    Danny Hart (GBR) 391 Punkte

Die Junioren-Weltmeister werden ihren Rollen gerecht
Vor den Elite-Fahrern durften sich bereits die Junioren um die frischgebackenen Weltmeister Jackson Goldstone (CAN) und Izabela Yankova (BUL) auf der STRAIGHTline beweisen. Die neuen Regenbogentrikots der beiden Junioren schienen diese zusätzlich zu beflügeln. Sowohl Goldstone als Yankova fuhren ungefährdete Siege ein. Während der Kanadier seine Führung im Gesamtweltcup weiter ausbaut, schiebt sich die junge Bulgarin vom bisherigen zweiten Platz nun an die Spitze des Gesamtweltcups.

Cross-Country am Sonntag: Erste Entscheidungen im Gesamtweltcup und historische Leistung möglich
Mit den Cross-Country-Rennen über die olympische Distanz feiern die Bike Kingdom Games 2021 ihren krönenden Abschluss. Sowohl die Elite Frauen als auch die Männer konnten bereits gestern beim Short Track gehörig Lust auf mehr machen. Während bei der Frauendisziplin besonders die französische Weltcupführende Loana Lecomte in den Fokus rückt – sie kann den Weltcup bereits am Sonntag zu ihren Gunsten entscheiden, besonders nun, da die Gesamtweltcupzweite Pauline Ferrand-Prévot die Saison beendet hat – stehen bei den Männer besonders die Schweizer Fahrer Mathias Flückiger und Nino Schurter im Vordergrund. Flückiger kann als Weltcupführender bei gutem Ergebnis für eine Vorentscheidung sorgen, Schurter kann mit einem Sieg Geschichte schreiben und den Rekord für die meisten Weltcupsiege des Franzosen Julien Absalon einstellen. Das Rennen der Frauen startet um 12.20 Uhr, die Männer folgen im Anschluss um 14.50 Uhr.

Die beiden Downhill-Elite-Rennen aus Lenzerheide werden live auf Red Bull TV gezeigt. Direkt im Anschluss an die Übertragung steht der gesamte Broadcast auf Abruf, auf redbull.tv zur Verfügung.

Zeitplan der austehenden Rennen des UCI Mountain Bike World Cup Lenzerheide

Datum

Uhrzeit (CEST)

Disziplin

Sonntag, 05.09.

08.30 Uhr

Cross Country Frauen U23

Sonntag, 05.09.

10.15 Uhr

Cross Country Männer U23

Sonntag, 05.09.

12.20 Uhr

Cross Country Frauen Elite

Sonntag, 05.09.

14.50 Uhr

Cross Country Männer Elite

Verfügbare Medienbilder

  • Der Blick zurück: Es reichte für den Sieg beim Franzosen Loris Vergier
    4. September 2021 | © Egelmair Photography
  • Das Podium der Elite Männer
    4. September 2021 | © Egelmair Photography
  • Das Podium der Elite Frauen
    4. September 2021 | © Egelmair Photography